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Der Mensch hat immer vom ewigen Leben geträumt. Der Gedanke, seine Kraft zu verlieren, hat ihm immer Angst gemacht. Altern ist ein natürliches Phänomen. Der Körper ist täglich zahlreichen Umwelteinflüssen ausgesetzt, die Zellen zerstören oder mutieren. Die Dickdarmschleimhaut wird einmal pro Woche komplett erneuert, das ist die Spannung, die auf die Zellen ausgeübt wird. Diese Reparaturen sind im Gange. Aber sie laufen normalerweise so schnell und reibungslos, dass wir sie nicht einmal bemerken. Mit zunehmendem Alter verlangsamen sich jedoch die Erholungsmechanismen, und Fehler und Genomveränderungen treten häufiger auf. Die Organe versagen langsam und der Organismus stirbt: bis zum natürlichen Lebenslauf.

„Nach der Sterbetafel 2009/11 sinkt die Sterblichkeitsrate in Deutschland von null auf neun Jahre, steigt von Jahr zu Jahr und steigt exponentiell um rund dreißig Jahre“, erklärt Gabriele Doblhammer-Reiter, Leiterin des Zentrums für Demographische Forschung in Rostock. „Es ist also gewissermaßen neun Jahre alt und älter.“ Bisher konnten die Menschen diesen Alterungsprozess nicht verhindern, verlängern oder verzögern. Aber er lehnt es ab. „Die Verbesserung der Umweltbedingungen war entscheidend für die zusätzlichen Lebensjahre“, so der Demograph. „Bessere Ernährung, ein höheres Bildungsniveau und Gesundheitsbewusstsein, insbesondere medizinischer und technologischer Fortschritt. Verschiedene Studien an Zwillingen haben gezeigt, dass Lebensstil, wie Ernährung und Lebensstil oder sozialer Status, den größten Einfluss auf unser heutiges Alter haben. Gene bestimmen die Lebenserwartung nur um 25%.

„Die zunehmende Alterung der Bevölkerung ist vor allem auf die Prävention vieler Todesursachen zurückzuführen“, sagt Stefan Schreiber, Internist und Alternsforscher am Institut für Molekulare Klinische Biologie in Kiel. So ist die Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen in den letzten Jahren dank Medikamenten und besserer Aufklärung deutlich gesunken. Früherkennung und neue Methoden zur Behandlung von Krebs, Alzheimer und Diabetes verursachen immer mehr Todesfälle durch diese Krankheit. „Unsere moderne Medizin verursacht oft den Tod und wir können einen anderen erwarten“, erklärt Schreiber. „Komplikationen, wie Diabetes, treten immer noch auf, hätten aber viel früher auftreten sollen.