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Der Meeresboden des Mariengrabens im Pazifik (etwa 2.000 Kilometer östlich der Philippinen) erreicht seinen tiefsten Punkt: 11.034 Meter. Wir sprechen jedoch bereits von tiefen Gewässern aus 800 Metern Tiefe.

Die äußeren Bedingungen für ein Leben hier scheinen alles andere als einladend. Sie sind dafür konstant. Die chemische Zusammensetzung des Salzwassers ist über Jahrmillionen nahezu unverändert geblieben. Die Temperatur beträgt zwei bis drei Grad Celsius fast überall in den Tiefen des Meeres.

Was die Tiefwasserbedingungen so unwirtlich macht, sind vor allem zwei Faktoren: Dunkelheit und immenser Druck. Selbst wenn die Sonnenstrahlen eine Tiefe von etwa 900 Metern erreichen, reicht die Lichtenergie selbst in 150 Metern kaum für das Pflanzenwachstum aus.

Der atmosphärische Druck auf Meereshöhe liegt bei etwa einem Bar. Alle zehn Meter wird die Tiefe um ein Vielfaches größer. In einer Tiefe von 10.000 Metern wiegt jeder Quadratzoll etwa eine Tonne.

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts nahmen die Forscher an, dass es auf hoher See kein Leben gab. Als 1860 Tiere in einem defekten Telegrafenkabel, das aus einer Tiefe von 1800 Metern erreicht worden war, entdeckt wurden, gab es erste Zweifel.

Der letzte Beweis des Gegenteils kam von einer Lieferung von S.M.S. Stachelschwein im Südwesten Irlands im Jahre 1869. Die Bodenproben wurden aus einer Tiefe von über 4000 Metern entnommen, was nur einen Schluss zulässt: Es gibt auch Leben in den Tiefen der Ozeane.

Obwohl die Zahl der lebenden Organismen mit zunehmender Wassertiefe abnimmt, sind einige wenige Individuen mit einer großen Artenvielfalt konfrontiert. Viele der Tiere, die hier spielen, zeichnen sich durch ihr seltsames Aussehen aus. Ungewöhnliche Namen zeugen davon: Ob Vampirfische, Fledermäuse oder Fischer, der Look ist, was der Name verspricht.

Das Leben auf dem Meeresboden ist besonders abwechslungsreich. Rund 200 000 Arten von Bodenbewohnern wurden bereits identifiziert. Es wird geschätzt, dass hier noch Millionen von Arten zu finden sind, vor allem kleine Tiere im Schlamm des Meeresbodens.

Selbst die tiefsten Gräben sind bewohnt. Hier leben vor allem Muscheln, Borstenwürmer und Seegurken, die sich von organischen Partikeln des Meeresschlamms ernähren. Seegurken machen etwa die Hälfte der Masse aller Organismen in 4000 Metern Tiefe aus, in 8500 Metern sogar 90 Prozent. Stachelhäuter, bis zu zwei Meter lang, sind die Regeln der Schützengräben.

Einer der Favoriten der Tiefseeforscher ist Xenophor (übersetzt: Fremdkörperträger). Die größten bekannten Einzeller werden bis zu 25 Zentimeter groß und leben hauptsächlich in erloschenen Meeresvulkanen. Ihr totes Planktonhaus bietet Schutz für andere Arten wie zerbrechliche Sterne (Verwandte von Seesternen) und Holzläuse.